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Experience 112 - Review (PC)

Wertung:
81 %

Einleitung:

Das Adventuregenre ist in letzter Zeit sehr begehrt bei Herstellern und Spielern. Fast jeden Monat kommt ein Genrevertreter nach dem anderen auf den deutschen Markt. Jetzt ist es mal wieder so weit, denn Xider Games/Daedalic bringt das Micro Applications-Spiel Experience 112 in den Handel. Entwickelt wurde das Game von dem französischen Entwicklerstudio Lexis Numérique, die durch Memoriam bekannt wurden. Fans von Klassischen Point-'n'-Click-Adventures müssen sich allerdings festhalten, denn das Game geht ganz neue Wege. Wir konnten uns die fertige PC-Version jetzt ausgiebig ansehen. Ob sich das Spiel für altgediente Computerabenteurer lohnt, erfahrt Ihr in unserem Test.

 

Zum Spiel:

Ein Adventure kommt notgedrungen nicht ohne eine Story aus. In Experience112 lüftet der Spieler die Geheimnisse eines im Pazifik gestrandeten Schiffes. Lea Nichols, die einzige Überlebende eines Forschungsteams ist auf dem Schiff gefangen und wir sind ihre einzige Chance. Der Spieler hat die Kontrolle über ein mächtiges Überwachungssystem - drehbare Kameras sind unsere Augen auf dem Schiff. Gemeinsam mit Lea erforschen wir diesen düsteren Ort, ohne miteinander sprechen zu können. Wir müssen das Vertrauen von der jungen Heldin gewinnen, um Lea an zahlreichen Hindernissen vorbei zu führen. So dringen wir immer tiefer in das Computersystem vor - und entdecken die Wahrheit, die unser gemeinsames Schicksal bestimmen wird. Bevor wir allerdings in das etwas andere Computerabenteuer starten, wollen wir erst einmal ganz von vorne anfangen. Nachdem das Spiel installiert und gestartet wurde, erscheint das obligatorische Hauptmenü. Hier findet Ihr die Punkte "Neues Spiel", "Weiterspielen", "Spiel laden", "Optionen" und "Bonus". Unter zu letzt genannten Punkt findet der Spieler nette Extras wie Bild, Sprache und Musik - die wir in dem Spiel freigeschaltet haben. Wie gewohnt kann man dann noch unter Optionen alle spielrelevanten Einstellungen vornehmen. Um in das Game zu gelangen, kann man unter "Weiterspielen" zurück in ein bestehendes Spiel gehen, unter "Spiel laden" einen bestehenden Spielstand aktivieren oder über "Neues Spiel" ein gleichnamiges komplett neu beginnen. Beginnt man Experience112, so folgt erst einmal ein einführender Film. Anschließend erblicken wir über unseren Bildschirm bzw. einem kleinen Fenster Lea Nichols, die gerade aufwacht. Wir befinden uns auf einem verrottenden Schiff, das an einer Küste gestrandet ist. Später werden wir übrigens auch noch andere Orte zu sehen bekommen. Langsam und behutsam werden wir nun an das Spiel und die Steuerung gewöhnt. Hierdurch lernt man die vielen Bereiche gut kennen und so kann man direkt in das Abenteuer einsteigen. Die anfängliche Hilfe ist auch notwenig, denn Genrefans müssen sich in Experience 112 komplett umstellen. Anstatt die Hauptfigur direkt zu lenken, nehmen wir als stiller Beobachter an ihren Handlungen teil. Ganz tatenlos müssen wir allerdings nicht zuschauen, denn schließlich haben wir alles in unserer Hand. Die Handlungen von Lea sehen wir über unzählige Kameras bzw. Fenster auf einem Desktop, die wir separat über eine Karte aktivieren können. Lea bewegt sich dabei eigenständig im Schiff und wir haben keine direkte Steuerung über diese Figur. Zu Beginn sind unsere Handlungsmöglichkeiten recht eingeschränkt. Viel mehr als die drei möglichen Kameras separat zu drehen und Lampen oder andere Sachen an- oder ausschalten können wir nicht. Diese Handlungen machen wir ebenfalls über die Übersichtskarte, durch einfaches klicken auf das entsprechende Symbol. Darauf reagiert Lea, denn sie merkt schnell, dass wir durch unsere Aktivierungen die Aufmerksamkeit auf bestimmte Gegenden lenken wollen. An einem Ort angekommen, trifft sie selber ihre Entscheidungen bzw. führt eigenständig Aktionen aus. Auf unserer Arbeitsfläche kann man aber noch mehr machen. Wir dürfen zum Beispiel Türen öffnen, Codes eingeben oder in Dateien nach wichtigen Hinweisen suchen. Lea findet mit der Zeit noch diverse Upgrades die unsere Möglichkeiten erweitern. Hierdurch kann man dann mit den Kameras zoomen und Nachtsicht bzw. Wärmebilder aktivieren. Das war bei weitem noch nicht alles. Hin und wieder finden wir auch Roboter die bestimmte Aufgaben erfüllen sollen. Diese steuert der Spieler dann über eine separate Fernbedienung. Damit wir bei den ganzen Aktionen nicht überfordert werden, gönnt man uns viele kleine Hilfestellungen. Zum einen finden wir alle Dialoge in einer speziellen Datei. Außerdem können wir Lea um Hilfe bitten oder uns die aktuellen Ziele anzeigen lassen. So lassen wir Lea - durch unsere Mithilfe - die Umgebung erkunden, lösen kleinere Aufgaben und folgen der ansprechenden Story. Diese wird immer wieder durch kleine Filme stimmungsvoll vorangetrieben.

 

Technik:

Die Grafik kann auf ihre Art voll überzeugen. Nicht nur, weil wir immer wieder toll inszenierte Filme erblicken. Im eigentlichen Spiel bzw. über die Kameras werden wir außerdem viele Räume zu sehen bekommen, die überseht sind mit Details. Es macht wirklich Spaß mit der Kamera herumzufahren und sich die einzelnen Umgebungen über diverse Blickwinkel anzusehen. Dabei hat der Hersteller es verstanden, eine düstere Stimmung aufkommen zu lassen. Durch interessante Lichtspiele wirkt alles sehr atmosphärisch. Die Figuren sehen ebenfalls ordentlich aus. Sie wurden gut modelliert. Allerdings wirken deren Animationen etwas steif. Wirklich störend ist das aber nicht. Daneben werden wir noch viele Fenster erblicken, die weder überladen noch unaufgeräumt sind. Man findet sich schnell mit diesen zurecht. Alles wirkt stimmig und so kann man dem Spiel wunderbar folgen. Mit dem Sound kann man ebenfalls gut leben. Die deutschen Synchronsprecher machen ihre Arbeit wirklich gut und so lauscht man gerne den diversen Dialogen. Vor allem unsere Heldin wurde gut besetzt. Kein Wunder, denn Ranja Bonalana verleiht der Hauptdarstellerin Lea ihre bekannte Stimme. Die erfahrene Synchronsprecherin vertont u.a. Inselheldin Kate Austen aus Lost. Daneben werden wir noch einer stimmungsvollen Musik lauschen, die das Geschehen wunderbar untermalt. An unzählige Ingamegeräusche hat der Hersteller auch gedacht und so entsteht ein wunderbares düsteres Ambiente. Allerdings müssen wir auch erwähnen, dass die Soundabmischung hin und wieder sehr chaotisch ist. Urplötzlich wird während einer Sprachausgabe viel zu laut Musik eingespielt. Man bekommt kaum noch etwas vom gesprochenen mit. Ein anderes Mal, wenn unsere Heldin etwas sagt, klingt alles plötzlich dumpf. Die Kamera ist diesmal kein Problem, da man diese - wie nicht anders zu erwarten war - komplett selber steuert. Allerdings ist es ein wenig nervig, ständig den optimalen Blickwinkel zu suchen. Daher schaltet man andauernd zwischen den Kameras hin und her und richtet diese dann noch permanent aus. Man muss aber dazu sagen, dass es anders auch kaum gehen würde. Zum Glück verharrt die Figur permanent an einer Stelle, so dass wir genügend Zeit haben, uns auf die neue Situation einzustellen. Das bringt uns auch schon zur Steuerung. Diese ist eigentlich ganz in Ordnung. Wir agieren grundsätzlich mit der Maus. Mit dieser können wir dann die Fenster auf unserer Arbeitsfläche öffnen bzw. schließen, Tasten drücken oder die Kamera oder Karte bewegen. Wahlweise darf man aber auch vieles über die Tastatur machen. Diese Art in einem Spiel zu agieren, ist selbstverständlich gewohnheitsbedürftig. Mit der Zeit kommt man aber immer besser mit den Fenstern zurecht und so kann jede Aktion sehr schnell ausgeführt werden. Etwas nervtötend ist einzig, dass wir ständig auftauchende Fenster bewegen, verschieben oder schließen müssen. Man ist wirklich permanent mit irgendetwas beschäftigt und das, obwohl wir gar nicht die Figur lenken. Einzig wenn es darum geht Maschinen zu steuern, greift der Spieler direkt in das Spiel ein. Wirklich leicht ist das agieren mit den widerspenstigen Robotern aber nicht, denn sie bewegen sich oftmals wie ein Lastwagen. Der Schwierigkeitsgrad ist dagegen sehr angenehm. Es gibt immer wieder kleinere mehr oder weniger schwierige Aufgaben. Da wir aber genügend Hilfestellungen im Spiel bekommen, kann man diese recht schnell lösen. Fasst man nun alles zusammen, so kann man mit der Technik - trotz kleinerer Kritikpunkte - durchaus zufrieden sein.

 

Fazit:

Experience 112 ist wirklich ein komplett anderes Adventurespiel. Man muss dem Hersteller Mut zusprechen, dass er so einen Weg geht. Unterm Strich merkt man aber, dass man auch so ein spannendes Spiel machen kann. Von der ersten Spielminute an wird man wirklich an den Bildschirm gefesselt. Das Zusammenspiel zwischen uns und Lea klappt wunderbar, denn sie bezieht uns ständig in ihre Handlungen mit ein. Wir sind aber nicht nur zum zuschauen verdammt. Immer wieder müssen wir die Heldin über Kartenicons indirekt lenken, was zum Teil ein wenig nervig ist. Das liegt hauptsächlich an der unübersichtlichen Karte. Auch das träge Handeln von Lea verlangsamt das Gameplay ordentlich. Es ist aber auch klar, das eine Person nicht sofort fliegt, nur weil wir ein Licht an oder ausschalten. Wenn man ein Spiel so aufzieht, muss man halt manche Kompromisse eingehen. Das Game kann vor allem durch die nette Story, die gute Präsentation und das düstere Ambiente überzeugen. Dafür muss man sich mit einer nervigen indirekten Steuerung und einem lahmen Gameplay auseinandersetzen. Auch bei den Rätselaufgaben hätte man sich ein wenig mehr gewünscht. Spaß macht Experience 112 aber trotzdem. Endlich traut sich ein Hersteller mal etwas komplett anderes zu machen. Wer also aktuell ein spannendes Adventuregame spielen möchte, der sollte schnell zum nächsten Händler eilen.

 

Features:

- Neuartiges Aventure mit beklemmender Mystery-Story
- Atmosphärische Echzeit-3D Grafik
- detaillierte Räume mit vielen Licht- und Schatteneffekten
- Innovatives Gameplay: Interagieren Sie mit Lea Nichols über ein mächtiges Computersytem
- Gewinnen Sie das Vertrauen der Spielfigur um gemeinsam die Geheimnisse des Spiels zu lüften!
- Tolle Lokalisierung mit der Stimme von Kate Austen aus LOST

 

 

 

Screenshots:
 
 

Wertungsbox:

Experience 112 (PC)

 
 
Experience 112
EUR 39,99
Bei Amazon bestellen

Grafik: 78 %  
Sound: 82 %  
Bedienung: 76 %  
Singleplayer: 84 %  
Multiplayer:   --  %  
Spielspaß: 85 %  
Gesamtwertung:  81 %  

Systemvoraussetzungen:

- Windows Vista/XP
- 2.0 GHz Prozessor
- RAM 1024 MB
- GeForce 6 / ATI X oder gleichwertig mit VRAM 128 MB
- 1.5 GB freier Festplattenspeicher
- DirectX9.0 kompatible Soundkarte
- DVD-Laufwerk

 

 

 

 

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