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Morrowind: The Elder Scrolls 3 (Xbox)

Wertung:
90 %

 

Einleitung:

Lange mußten die Xbox Besitzer warten, um endlich ein gutes Rollenspiel auf ihrer Konsole zu sehen. Nun ist es soweit und alle Fans dieses Genre können sich auf Morrowind stürzen. Das Rollenspiel Morrowind The Elder Scrolls III ist bereits der dritte Ableger von der Bethestas Elder Scrolls-Reihe. Die beiden Vorgänger erschienen vor rund 6 Jahren auf dem PC und bestachen durch eine riesige Spielwelt und klassische Rollenspiel-Elementen. Rollenspiele auf Videospiele-Konsolen wurden bisher von japanischen Software-Produzenten wie Square, Capcom, Enix oder Konami dominiert. Dies könnte sich mit dem Xbox-Release von Morrowind ändern, denn Bethesda Softworks könnte mit ihrem neuen Action-RPG eine neue Rollenspiel-Dimension auf Konsolen einläuten.

 

Zum Spiel:

In Morrowind übernehmt ihr die Rolle eines ehemaligen Gefangenen, der plötzlich auf Geheiß des Kaisers aus dem Gefängnis entlassen und auf die Insel Vvardenfell deportiert wird. Die Hafengarnison Seyda Neen ist die erste Station auf einer langen Reise. Bis auf den Namen der ersten Kontaktperson - in der der Stadt Balmora, besitzt der Held kein weiteres Wissen oder Gegenstände. Er weiß nichts über seine Mission, die uralte Prophezeiung des Wiedergeborenen und seine zukünftige Rolle in der Geschichte der Provinz Morrowind.

Bis jetzt waren die Rollenspieler auf Konsole gewöhnt einer festen Handlung zu folgen a la "Final Fantasy" bestimmte Personen zu suchen, die im Gespräch die Story weiterführen. Auch die Persönlichkeit und Gesinnung sind meistens vorgegeben. In Morrowind The Elder Scrolls III ist alles ganz anders, denn hier taucht Ihr in eine 3D-Welt, in der Ihr Euch selbst verwirklichen könnt. Nur das Umfeld und die Vorgeschichte ist bei jedem Spieler gleich.

Der Held wird am Anfang selbst erstellt. Ihr entscheidet Euch für eine Rasse wie Mensch, Ork oder Elf und wählt aus einer riesigen Liste an Fertigkeiten, dominierende Merkmale Eures Charakters aus. Dazu zählen nicht nur Schlösserknacken und der Kampf mit Axt, Schwert oder Bogen, sondern auch zwischenmenschliche Talente wie Wortgewandheit und Feilschen. Der Verlauf des Abenteuers wird dadurch schon geprägt, denn wer einen Händler gute Preise abschwatzen und Leute zu guten Geschenken verleiten kann braucht nicht stehlen oder rauben. Wem das zu kompliziert ist darf seinen Charakter auch per Persönlichkeitstest - Per Multiple-Choice - erstellen lassen. Je nachdem wie man die Antworten verteilt wird der Charakter zusammen gestellt. 

Wenn das Spiel beginnt wird es erst einmal verwirrend für den Spieler sein, weil es keine direkte Aufgabe gibt. Mit einer vagen Beschreibung Eures Agentenchefs werdet Ihr in die Welt entlassen und müßt zuerst in eine andere Stadt reisen. Dort angekommen beginnt das Fragen - um die erste Aufgabe zu lösen. Îhr spielt im übrigen in einer Ego- oder wahlweise in einer Third-Person-Perspektive. Fragen stellen wird zum wichtigsten Punkt um Informationen zu bekommen. Fast jede Figur wird mit Euch sprechen. Die meisten Dialoge werden in einem Textfenster ablaufen, indem auch die Vorgefertigten Themen zur Auswahl stehen. Mit der Zeit wird eine gewisse Ordnung in Euer Leben kommen. Kontakte zu Händlern und Handwerkern werden aufgebaut und erste Auftraggeber werden Euren Weg kreuzen. Diese sind neben königlichen Agenten auch normale Passanten die kleinere oder größere Probleme haben. Es ist dem Spieler freigestellt, ob er alle Aufträge annimmt oder nicht. 

Je nach Beruf könnt Ihr Euch auch einer Gilde anschließen. Diese "Berufsverbände" für Krieger, Magier oder Alchemisten versorgen den Spieler mit Missionen und kostenpflichtigen Talenten, die über Unterricht erlernt werden. Diese Vorteile bringen aber auch Verpflichtungen mit sich. Gildenmitglieder leben nach Regeln, so sollte ein Krieger nicht stehlen oder noch schlimmer Mitglied in einer Diebesgilde werden. Zum Glück werden diese Regeln nicht besonders streng überwacht. Wenn keiner was sieht, kann man ruhig mal was einstecken um den nutzen daraus zu ziehen. Auch wenn man kein Mitglied in einer Gilde ist muß der Spieler sich an Regeln halten. Besonders trifft dieses in Städten zu, da Wachen dafür sorgen das die Ordnung nicht gestört wird. Falls Ihr erwischt werdet gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen könnt Ihr abhauen aber die Jungs von der schnellen Garde sind nicht leicht abzuschütteln und so kommt es meistens doch dazu das sie Euch stellen. Nun wird ein Bußgeld verhängt das Ihr zahlen solltet. Wenn nicht geht es ab in den Knast. Kämpfen kann man zwar auch aber die Wachen sind recht stark. Außerhalb der Städte wird wenig kontrolliert und so werden auch Gesetzesverstöße kaum geahndet. So könnt Ihr auch Passanten überfallen um den eigenen Inventarbestand aufzustocken. Den Lebensunterhalt wird der Held aber auf ehrlichem Weg verdienen. Wichtigste Einnahmen sind der Verkauf von Schätzen und die Missionshonorare. Mit dem nötigen Geld können nun Waffen, Rüstungen, Heiltränke aber auch Zauber gekauft oder Unterrichtsstunden genommen werden. Durch häufige Kämpfe und andere Aktionen werden die Fähigkeiten gesteigert. Also gilt das Motto - immer schön fleißig sein.

In dem Spiel gibt es aber noch mehr als nur Aufträge, denn nach dem ersten Mordauftrag steht endlich ein Haus frei, das Ihr sofort beziehen könnt. Dank der detaillierten 3D-Grafik könnt Ihr Euer Heim je nach Geschmack einrichten. Kerzenständer, Becher, Teller usw. werden mit der Zeit Euer Haus so heimisch machen, das Ihr Euch wie Zuhause fühlt. Aber nicht nur zum Einrichten ist das Haus bestimmt, sondern auch als sichere Lagerstätte für Items - die man auf den Missionen gefunden hat, da Euer Held nur bestimmte Mengen an Gegenstände tragen kann. Oft ist das behalten von solchen Utensilien besser als das verkaufen, da man diese später noch einmal gebrauchen kann. Magische Kristalle lassen sich z.B. in Waffen und Rüstungen einsetzen. 

Ausruhen könnt Ihr Euch im Haus ebenfalls. Diese Tatsache wurde nicht klein geschrieben. Durch dass Kämpfen aber auch Rennen wird der Held mit der Zeit müde und wenn seine Ausdauerleiste abgebaut ist, kann die Gesundheitsleiste genauso schwinden wie bei Kämpfen oder bei stürzen. Damit man wieder voll ausgeruht auf die Missionen gehen kann gibt es die Ausruhfunktion wo alle Leisten wieder erneuert werden. Dieses kostet aber auch Zeit. Wenn man z.B. acht Stunden schläft kann es ohne Probleme schon Nacht sein, denn die Zeit läuft in dem Spiel weiter. 

Nun wird es aber mal wieder Zeit die Welt zu erforschen und das dauert bei dem Spiel wirklich lange. Der ganze Kontinent, seine Inseln, Dörfer und Kerker erforscht Ihr zu Fuß. Nur in großen Städten finden sich Reittierverleih und Gildenmitglieder, die Euch für Geld an andere Orte befördern. Die meiste Zeit wird der Held aber mit dem durchforsten von Wäldern, Schluchten, Gebirgen und Mooren verbringen. Dabei wird er permanent von Tieren, Zombies, Skeletten oder Ungeheuern angegriffen. Diese Kämpfe laufen in Echtzeit ab. Die Figur kann horizontal und vertikal schlagen, stechen oder zaubern. Das Schild zum Schutz vor gegnerischen Schlägen wird nach Blockfertigkeiten automatisch eingesetzt, Mit den Kämpfen steigen auch die Erfahrungspunkte und der Charakter wird mit der Zeit immer stärker. Nach einem Sieg sollte man auch unbedingt jeden Körper nach Items untersuchen. Viele wichtige Dinge lassen sich so finden. 

Der eigentliche Spielwitz machen aber die zwischenmenschlichen Kontakte aus. In mehr als 30 riesigen Städten, die sich alle grafisch unterscheiden, werdet ihr über 2000 Nicht-Spieler-Charakteren (NPC´s), mit denen ihr interagieren könnt, vorfinden. Aber Vorsicht, jede Aktion, ob gut oder böse, beeinflussen die NPC´s. Wenn ihr wahllos unschuldige Zivilisten tötet, hat das eher schlechte Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Spiels. Werdet ihr hingegen immer hilfreich sein und eine positive Ausstrahlung haben, so werdet ihr auf Unterstützung der Bewohner zählen können. Somit bleibt das Spiel auch nach mehrmaligem Durchspielen interessant. Für Eure Heldentaten erntet Ihr Ruhm und Ehre, die Tausenden unterschiedlichen Charaktere empfangen Euch mit der Zeit immer herzlicher und sogar Freundschaften könnt Ihr knüpfen. Jeder kann aber auch eine ganz andere Richtung spielen. Wenn Ihr das Böse wählt lebt Ihr in Räuberhöhlen, werdet von Wachen gejagt und die Bevölkerung erstarrt vor Furcht, wenn Ihr durch die Straßen der Städte geht. Ihr seht jegliche Variante ist in dem Spiel möglich.

 

Technik:

Die Grafik in dem Spiel kann sich wirklich sehen lassen. Sie präsentiert sich mit einem selten gesehenen Detailreichtum und schwächelt lediglich ein wenig in der Charakteranimation. Dafür glänzt das Spiel mit tausenden unterschiedlichen Charakteren die man im Spiel begegnen kann. Auch die Detailsvielfalt in der Umwelt ist gigantisch. Jedes Haus ist eigens eingerichtet und fast alle Gegenstände kann der Spieler anklicken. Städte, Landschaften und Höhlen wirken real und verschaffen durch ihre eigene Atmosphäre immer wieder neue Spannungen. Wettereinfüsse, Tageszeiten und Echtzeitschatten wirken sich auf die Gesamtstimmung aus. Auch an grafischer Abwechslung wird so einiges geboten. Euren Helden wird es in den unterschiedlichsten Regionen von Morrowind verschlagen. Die raue Wildnis, alte Ruinen und staubige Dungeons sind nur wenige Locations, die ihr während dem Abenteuer besuchen werdet. Für die Musik konnte man niemand anderer als Jeremy Soule verpflichten. Er ist bekannt für die stimmige Musik in Spielen wie Giants, Icewind Dale, Harry Potter uvm. Die orchestrale Musik sorgt für eine tolle Atmosphäre. Auch Geräusche klingen sehr real, auch wenn man noch mehr Umweltgeräusche hätte einbauen können. Trotzdem paßt der Sound zu dem sehr gutem Spiel. Die Steuerung ist ebenfalls gut gelungen, denn sie geht leicht von der Hand und mit der Menueführung kommt jeder schnell zurecht. Durch ein Tagebuch verliert der Akteur auch nie die Story aus dem Auge. Rundum ein wirklich gelungenes Spiel. 

 

Fazit:

Nicht nur durch die grandiose Optik und Sound wird das Spiel zum aktuellen Rollenspiel-Highlight auf der Xbox aufsteigen. Alleine für den Hauptstrang werden gut 40 Stunden drauf gehen und darin sind noch nicht einmal die Zeiten für Nebenhandlungen oder das freie herumstreunen in der riesigen Welt. Wenn Ihr einigermaßen alles sehen wollt werden bestimmt über 100 Stunden vergehen. Die Zeit wird einen dabei aber nicht Lang vorkommen, denn permanent hat der Held irgendetwas zu tun. Aufträge erledigen, Umgebung erkunden, Figur aufbauen und Leute befragen sind nur ein Teil der vielen Aktionsmöglichkeiten. 

Eigentlich bietet das Spiel alles was man sich wünschen kann. Zwar vermißt man in den Dialogen mit den vielen Passanten die Sprachausgabe aber zumindest begrüßen die meisten Leute einen mit ein paar gesprochenen Worten. Das Spiel bietet eine geniale Rollenspielwelt, die kaum mit einem anderem Spiel verglichen werden kann. Wer sich in Morrowind erstmal niedergelassen hat, kommt von den spannenden Raubzügen, neugierigen Erkundungsgängen und den unzähligen Handelmöglichkeiten nur schwer wieder los. Auch technisch ist das Spiel am Puls der Zeit. Glitzerndes Wasser oder wunderbare Sonnenaufgänge werden Euch oftmals ins Staunen versetzen. Nur die Figuren hätten ein wenig besser animiert werden können. 

Morrowind ist nichts für Gelegenheitsspieler die mal für ein paar Minuten in das Spiel eintauchen wollen. Hier sollte man schon mehr Zeit investieren, da alles irgendwie zusammenhängt und durch die große Welt verliert man schnell den Anschluss. Grund dafür ist auch die unübersichtliche Automap. Trotzdem wird das Spiel eine große Fangemeinde finden, da es größer, vielfältiger und detaillierter ist wie jedes andere Konsolen-Rollenspiel. Außerdem wurde es erstklassig lokalisiert. Alle Rollenspielfans können bei dem Titel bedenkenlos zugreifen. Es gehört eindeutig zu den Topspielen auf der Xbox.

 

Screenshots:

Wertungsbox:

Morrowind: The Elder Scrolls 3 (Xbox)

 
 Morrowind
EUR 59,99
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Grafik: 88 %  
Sound: 86 %  
Bedienung: 91 %  
Singleplayer: 90 %  
Multiplayer:   --- %  
Spielspaß: 93 %  
Gesamtwertung:  90 %  


 

 

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